Sonntag, 23. Februar 2014

Gastbeitrag: Zenit St. Peterserburg vs. Borussia Dortmund (2:4)

Ich lebe seit fast 7 Jahren in Moskau und habe mich sehr gefreut, meine Borussen endlich live in Russland sehen zu können, wenn auch nur in St.Petersburg. Mit nem Ticket für unseren Block habe ich mich am Spieltag auf die Reise gemacht.

Durch befreundete Petersburger Ultras wurden wir schon früh informiert, das es nicht ruhig bleiben wird in der Stadt und wir uns entsprechend verhalten sollten. Die BuLi ist sehr beliebt in Russland und die Fans wissen genau, was bei uns zu Hause so abgeht. Die rechte Gesinnung einiger (vieler?) Südtribünler oder auch Aktionen wie die beschämende Hamburger Schweigeminute ist den Anhängern hier bestens bekannt. Wer sich auch nur ein wenig mit der Geschichte Leningrads beschäftigt, kann sich denken, welches Echo so etwas im Vorfeld hervorruft. Umso mehr hat es mich erstaunt zu hören, das die Dortmunder allen Ernstes einen Marsch durch die Stadt planten und entsprechend einen Antrag bei der Stadtverwaltung eingereicht haben. Das konnte einfach nicht gut gehen. Bei aller heutiger Freundschaft: Niemals wird ein Russe einem Deutschen erlauben, durch einen seiner Städte zu marschieren. Wer wie ich viele Jahre hier lebt, weiss, wie sehr die Russen ihre Grossvater Generation für die Verteidigung ihrer Heimat gegen die Faschisten bis heute und darüber hinaus verehren. Diese Verehrung ist tief verankert und mit nichts zu vergleichen, ob wir das verstehen wollen oder auch nicht. Mit allen Mitteln hätten sie versucht, den Marsch aufzuhalten. Auch die Polizei hätte bestimmt nicht mit grosser Euphorie unsere Jungs beschützt. Somit war der Weg für all den Irrsinn am Spieltag geebnet. Auch wenn der Marsch nicht genehmigt wurde, die Petersburger waren angespitzt. 



Als wir im Zentrum ankamen und die ersten blutenden Nasen sahen, war uns klar, das die Dinge ihren Lauf nahmen. Mich überraschte die für russische Verhältnisse minimale Anzahl an Polizei und Omon (die bösen Jungs die unschuldige Pussy Riots prügeln) Kräften nahe des Borussen Treffpunkts und generell in der Stadt/am Stadion. Wer schon mal beim Moskauer Derby war, weiss, was ich meine. Artyom und Anton, zwei aktive Zenit Ultras, baten uns, sie zu begleiten. Sie brachten uns sicher zum Stadion. Sie haben sich klar distanziert von den Angriffen auf normale Fans, hatten aber auch wenig bis kein Verständnis für die provokanten Marschpläne.

Am Stadion angekommen, nahmen wir den normalen Eingang abseits aller BVB Shuttlebusse. Die Stimmung war sehr positiv, die Russen haben mit uns ordentlich Spass gehabt. Sie ahnten ja auch noch nicht, welches Desaster sie bald erleben werden. Nachdem wir die nervenden Kontrollen und die vielleicht nur für Russen zu verstehenden Absperrungen passiert haben, standen wir zeitig im Block. Nicht alle hatten das Glück, die ersten beiden Tore zu sehen. Die Stimmung war gut, ohne aktiven gegenerischen Fan Block aber auch nicht wirklich spannend. Der Spielverlauf liess die Gazprom Jünger nun nicht wirklich Freudentänze abhalten. Pfiffe gab es trotzdem keine, wird man in Russland auch nie erleben. Wir hatten unseren Spass, besonders nach dem Abpfiff. Das lange Warten auf das Öffnen der Tore versüssten wir uns mit Verarschen der Stadion Arbeiter. Vielleicht der lustigste Moment des Abends. Selbst die Polizisten mussten mitlachen. Bis gestern war mir nicht mal klar, das die lachen können. Wieder was dazugelernt. Nachdem wir den Block verliessen, bedankten sich die Herren im Kampfanzug und die Ordner mit Applaus an uns, wir taten das gleiche. Tolle Szene.

Ein usbekischer Taxifahrer, sichtlich angefressen vom Spielergebnis, brachte uns zum Bahnhof. Er konnte nicht fassen, das zwei BoRussen in seinem Wagen sassen. Er nahm es mit Humor, als wir ihm unsere Lieder vorsangen und er mit einstieg beim Refrain. Ein Serbe, ein Ossi und ein Usbeke singen in Leningrad Dortmunder Lieder aus dem offenen Lada Taxifenster, this is Russia! Am Bahnhof angekommen, tranken wir noch ein, zwei pervers schmeckende Grölsch Import (nur noch zu toppen mit Bochumer Fiege Plörre) mit einigen Zenit Fans, die uns einluden. Mit dem Nachtzug ging es zurück nach Moskau.

Es tut mir sehr leid, das die Dinge gestern für manche so schief liefen. Russland ist nicht Europa, sie haben ein ganz eigenes Selbstverständnis für Geschichte und Respekt. Das sie dazu noch hardcore abgehen können, wenn sie wollen, macht die Sache nicht einfacher. Aber es gibt auch die guten Jungs. Hilfsbereit, straight und offen. Sie sind klar und deutlich in der Mehrheit. So habe ich die Russen in meinen Jahren hier kennengelernt. Das ist der Grund, warum ich dieses Land liebe.

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Schwarzgelbe Grüße von: Miro

Freitag, 7. Februar 2014

Wahre Liebe vs. Echte Liebe 1-2

„Hamburger Straße, ein Gewühl
Schluckspechte suchen sich ihr Ziel
Stadion Gegengerade
Dafür ist keine Mark zu schade“
 
(Daily Terror)
Getreu der legendären Huldigung der alten Braunschweiger Kloppertruppe (Schluckspechte), machten wir uns (Schluckspechte), mit dem Fokus auf 3 sicheren Punkte, im freitäglichen Feierabendverkehr auf,  ins Zonenrandgebiet nach Braunschweig zur legendären Hamburger Straße zu reisen. Mo hatte sich als Fahrer geopfert, Holger, Marcel und Manuel opferten sich für die Dortmunder Brauereiwirtschaft.
Die ersten Begrüßungsgetränke gab es bereits vor der Dienststelle von Holger und Manuel in Dortmund. Den ersten Schnee gab es in Ostwestfalen(-Idioten). Also, den, der vom Himmel fällt und auf der Straße liegen beliebt. Die Fahrt verlief relativ angenehm. Pinkel- und Raucherpausen hielten sich die Waage und so erreichten wir Braunschweig doch schneller, als gedacht. Trotz nur 2.500 Gästekarten, konnte man bereits auf der A2 viele Gleichgesinnte begrüßen.
Pünktlich zur letzten grünen Patrone Brinkhoffs erreichten wir das Stadionumfeld. Geparkt wurde klassisch und oldschool im Wohnviertel in Stadionnähe. In Braunschweig, jetzt nicht gerade die Perle der Welt – zumindest nicht da, wo wir gestrandet waren – erwarteten uns sibirische Kälte, verschneite Gehwege und ne Menge gelber Leute, die unterwegs waren. Das war echt eine kniffelige Aufgabe an dem Abend, Freund und Feind zu unterscheiden. Ein leerer Rahmen Brause, das Alter und die Dunkelheit schärften nicht gerade die Sinne dafür.

Nach 500m Gehweg, das Stadion vor Augen, waren wir schon wieder dehydriert, so dass wir zielstrebig eine Tanke ansteuerten, um nachzuladen. Kurz vor dem Ziel wurden wir jedoch von den Staatsdienern in Grün angehalten. Scheiße, das wars, dachten wir. Nun geht’s auf direktem Weg zum Gästeeingang. Der Gästeeingang war im Vorfeld ungefähr wie der Todesstreifen beschrieben worden: wenn man einmal drauf ist, kommt man nicht mehr heile runter bzw. raus. Die Polizei erwies sich aber dieses Mal als äußerst freundlicher Helfer. Da man uns ansah, aus welcher schönen Ecke der Welt wir kamen und das wir hilflos Richtung Eintracht-Kurve steuerten, wies man uns freundlich den Weg. Und – das sollte an dieser Stelle lobend erwähnt werden – man wies uns den Weg in die Fankneipe der Braunschweiger, direkt vorm Stadion. Ich bin ja immer noch der Meinung, dass diese Hilfsbereitschaft an unseren eingefallenen Gesichtern und vertrockneten Lippen lag, ansonsten wären wir vermutlich direkt zum Gästeeingang eskortiert worden…
Nach kurzer Wegstrecke erreichten wir dann die Wahre Liebe, so der ansprechende Name der Pinte, direkt vorm Stadion. Im Laden waren wir durchaus willkommen. Das Publikum war durchwachsen. Schnell kam man ins Gespräch mit den Braunschweigern. Daily Terror, gute alte 70er/80er-Jahre, Hörnertee, unsere Erfolge usw. War wirklich angenehm. Die Freundschaft führte sogar so weit, dass Horst die Tage noch einen Anruf von einem aus der Kneipe bekommen hat… Gut, keiner weiß, was Horst da wieder für Pfandgeschäfte gemacht hat. Vielleicht hat der Typ auch einfach sein Kringe-Trikot an gehabt… Nach dem wir ein paar Wolters gestemmt hatten, entschlossen wir uns dann ca. eine Stunde vor Kick-off Richtung Checkpoint Auswärtsfans zu gehen, in froher Erwartung, nun bis Anpfiff in der Kälte zu versauern. Aber, auch hier ein dickes Lob an die Ordnungskräfte der Braunschweiger, das ging fix und freundlich über die Bühne!
Das Stadion an sich ist einfach etwas für Romantiker. Eine typische Schüssel, wie es sie in allen Größen und Variation in den 70ern gegeben hat, mit Laufbahn und früher sicher mit dem Attribut „hässlich“ oder „0815“ versehen. Heute jedoch absoluter Kult, wenn man sonst nur in betonierte Ponyhöfe, langweilig blinkende Schlauchboote oder löchrige Getränkehalle fahren darf.

Die Kurve – ja! endlich mal wieder traf dieser Name zu – war prall gefüllt. Der Veranstalter wusste wohl, dass man es mit durstigen Zeitgenossen aus dem Ruhrpott zu tun bekommen würde und da die ortsansässige Brauerei scheinbar Angst hatte, der Nachfrage Stand zu halten, schenkte man nur bleifreies Bier aus. Gut so, so konnte man klaren Kopfes das Spiel verfolgen… Der Support von beiden Seiten war gut.
 
Das Spiel hatte was von G-Jungend. Einer pöhlt die Kugel irgendwo hin und ein Mob von 20 Leuten stürzt sich auf den Ball. Spielkultur? Keine Ahnung. Ab und an blitzte unser Können mal auf. 

Verheißungsvoll anmutende Angriffe wurden dann aber fahrig zu Ende gespielt usw. Leider nichts Neues. Hummels Anwesenheit strahlte etwas Sicherheit aus, zumindest hatte man den Eindruck auf der Tribüne, aber sonst war es ziemlich mau. Ein schöner Angriff reichte zur Führung, danach wenig Konstruktives und Zwingendes. Dass die zwar wacker kämpfenden, aber äußerst bieder spielenden Braunschweiger dann doch ausgleichen durften, war eigentlich zu erwarten. Zum Glück durfte dann Spiderman noch mal ran. Anstatt den Sack danach zu zumachen, machten die Jungs es dann noch mal unnötig spannend. Ob man dann ausgerechnet noch mal den Pfosten zur Hilfe nehmen musste, weiß ich nicht… Egal, Ende, Aus, 3 Punkte, Welle, nach Hause.
Der Weg zum Auto führte dann wieder am Dunstkreis der Heimkurve her. Hier gabs dann doch die ein oder andere leichte Aufforderung zum Tanz. Naja. Nichts desto trotz verlief der Weg einigermaßen ruhig und wir kamen schnell wieder Richtung A2 und heim. Die Stimmung in der Karre war aber irgendwie gedämpft. Kälte, Spiel und keine Brause mehr, hinterließen Spuren. Irgendwann konnten wir auch wieder unseren Durst stillen und ließen, dann mit Fahrer Mo, den Abend auf Ü40-Party in der Kleingartenanlage ausklingen.
Fazit: schön Freitagabend im Winter ins Zonenrandgebiet, Schnee, Kälte, traditionelle Mannschaft und Stadion – was will man mehr. Ach ja, 3 Punkte mitgenommen ist auch nicht ganz unwichtig. In 28 Jahren können wir dann wieder nach Braunschweig fahren…  
Nur der BVB

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Schwarzgelbe Grüße von
: Holger, Mo, Manuel & Marcel




Freitag, 17. Januar 2014

Die Festung

Twente Enschede – Heracles Almelo 3:1
Die alljährliche Tour ins Nachbarland – diesmal mit Mo und Chrissy in Begleitung - führte in diesem Jahr erstmalig nach Enschede. Ziel war das „De Grolsch Veste“ – Die Grolsch Festung. Im langweiligen und einfallslosen Dschungel neumodischer Arenen, Parks, Schlauchboote und Getränkehallen, endlich mal ein einfallsreicher Sponsorenname für ein Fußballstadion. Sympathisch fiel zudem auf, dass kein Einkaufszentrum (wie in Amsterdam) oder eine Multifunktionshalle mit Dach (Arnheim) angeschlossen war, sondern, dass die Festung nur ein einfaches, stinknormales Stadion ist.
Twente hat trotzdem seine unsympathischen Seiten. Seit ca. 20 Jahren besteht eine innige Fanfreundschaft mit den Blauen. Demzufolge sah man im Stadion auch viel Blaukraut, was seine hässlichen Farben zur Schau stellen musste. Ekelhaft.
Das Stadion liegt in einem Industriegebiet abseits der Stadt. Trotz Empfehlung, irgendeinen kostenfreien Parkplatz in dem Industriegebiet zu suchen, folgten wir dem Strom über eine kleine Einbahnstraße direkt zu den Parkplätzen vorm Stadion. Oh Gott, hier droht ein zweites Mönchengladbach, waren die ersten Gedanken, als wir erkannten, wohin der Weg führte und es kein Zurück mehr gab. Außer einer Flasche Wasser hatten wir keine Nahrungsmittel mehr bei uns – das konnte also eine lange Nacht werden, wenn sich dieses befürchtete Gladbach Reloaded bewahrheiten sollte…
Der Parkplatz kostete 5,00 € und befand sich unweit des Stadions. Alles wirkte, trotz des hohen Verkehrsaufkommens völlig unaufgeregt und entspannt. Am Stadion warfen wir gleich mal einen Blick in den Fanshop. Klein, modern und mit dem üblichen Nippes gefüllt. Die gefürchteten und von meiner Kartenquelle angekündigten Freundschaftsschals fielen uns zum Glück nicht ins Auge…
Dafür aber eine Kneipe im Stadion, direkt gegenüber. VAK P hieß der Laden und aus den Boxen hämmerte Technosound. VAK P ist der Ultrablock von Twente und hier stehen, laut meiner Kartenquelle, bei jedem Spiel bis zu 20 Asseln aus Gelsindelkirchen.  Also, weder Mucke noch Klientel in diesem Laden sprachen uns zu, so dass wir uns auf den Weg Richtung Eingang machten. Am Eingang wirkte alles ebenfalls herrlich entspannt, obwohl es nur noch 20 Minuten bis zum Anstoß waren. Kein Gedränge, alles easy. Sicherheitskontrollen gab es nicht, obwohl genug Ordner präsent waren. Auch mal angenehm, nicht gleich in Sippenhaft genommen zu werden.
Unsere Plätze lagen leider nicht nebeneinander, was der Tatsache geschuldet war, dass die Idee zu diesem Spiel zu fahren, erst sehr kurzfristig entstand. Wir hatten Plätze hinter einem der Tore, die aber echt gut waren. Twente erlaubte sich zwar einen „Derbyaufschlag“ von 10 € zu nehmen, aber für 37 € kann man selbst über die Plätze nicht meckern.

Heimspiele von Twente sind immer sehr gut besucht, zudem hatte das Spiel Derbycharakter. Almelo liegt nur ca. 25 km von Enschede entfernt. Allerdings handelt es sich eher um ein Derby á la BVB gegen Bochum, wo eher die räumliche Nähe das Derby prägt, als die sportliche Rivalität. Das bestätigt auch, dass für das Spiel ca. 1.000 Gästekarten zur Verfügung standen. Gästefans sind in Holland bei brisanten Spielen eher nicht zugelassen. Und in Holland gilt nahezu jedes zweite Spiel als brisant. Allerdings wurden nur 500 Karten an Heracles abgesetzt, so dass der Gästeblock nur zur Hälfte gefüllt war und das Stadion auch nicht restlos ausverkauft war. Generell ist es schwierig in Holland Karten zu bekommen. Seit Jahren haben die Vereine Clubkarten eingeführt, also ein Registrierungsmechanismus, ohne welche eigentlich nichts geht. Trotzdem habe ich bisher die Erfahrung gemacht, dass die meisten Vereine für einzelne Spiele eine Ausnahme machen, wenn man nett anfragt. Bei Twente geht aber ohne Karte normal nichts, obwohl Twente mittlerweile sogar den kargen und blau getränkten Markt im westlichen Münsterland entdeckt hat und dort sogar Ticketshops eröffnet hat, benötigt man trotzdem eine Clubkarte. Zum Glück hatte ich letztes Jahr jemanden über ein Internetforum in Holland kennen gelernt, der bei der Ticketbeschaffung für die Eredivisie sehr hilfsbereit ist. Diesmal konnte derjenige 3 Karten über seine Clubkarte für uns klar machen.
Der Gästeblock kam sehr laut rüber, was vermutlich auch daran lag, dass er direkt über uns lag. Der Support von Twente war eher mau. Wie mein Kartenquelle mir erklärte ist das wohl seit Jahren so – vermutlich wegen dem ständigen blauen Gesocks im Stadion – was daran liegt, dass auch in Enschede die eigentlichen Werte des Fußballs mehr und mehr verkauft werden. Seit einiger Zeit schmeißt man sich wohl jedem Investor an den Hals, der nicht bei 3 auf den Bäumen ist. Die Fanszene ist wohl ziemlich sauer gefahren, was sich wiederum durch den mangelnden Support zeigt.
Vorm Spiel wurde auch hier das mittlerweile (leider) in vielen Stadien obligatorische YNWA gespielt – im Original – aber trotzdem durch den späteren Ohne-Musik-Gesang der Tribünen ziemlich verunstaltet.
Das Spiel war eher von der Güteklasse Paderborn gegen Aue (Zitat Mo), obwohl Twente an diesem Abend mit einem Sieg Tabellenführer werden konnte. Almelo dümpelt irgendwo im Niemandsland rum. Körperlos, tempolos und für holländische Verhältnisse auch mit vielen Stockfehlern. Der eine oder andere konnte ansatzweise bei Twente gefallen, Almelo hatte eigentlich kaum einen herausragenden Akteur. Das war alles ziemlich bieder. Einzig der Ex-Blaue Dauerreservist Cziommer stach ein bisschen hervor, da er hier und da mal eine Idee hatte oder durch typisch blaues Gejammer und Gestikulieren auffiel. In die Halbzeit ging es dann mit 1-0 für Twente. Pro Tribüne gab es einen kleinen Getränkestand. Wer noch einmal über die schleppende Versorgung im Westfalenstadion meckert, sollte sich mal versuchen in der Festung zu besaufen! Twente hat, wie viele holländische Stadien, ein Münzsystem zum Bezahlen. Eigentlich total einfach und meines Erachtens tausendmal einfacher und sympathischer als ein Stadiondeckel. Kleines Bier 1 Münze, Großes 2 Münzen usw. Mindestens 10 € muss man in Münzen tauschen, an einem Automaten, der unter der Tribüne hängt. In der Halbzeit stach uns dann auch gleich eine Gruppe kleiner Nachwuchs-UGEler auf, die ihre Kontakte zu den Einheimischen knüpfte. Leider wollte uns keiner von den Blagen anrempeln…
Die Story zur zweiten Halbzeit ist dann schnell erzählt. Twente im BVB-Modus, beste Chancen wurden ausgelassen. Irgendwann dann 2-0 und der Drops schien gelutscht, vor allem als ein paar Minuten drauf auch noch ein Spieler von Almelo mit Glattrot runter musste. Kurz drauf – ebenfalls BVB-Modus – der Anschlusstreffer durch einen haarsträubenden Abwehrfehler in der Twente-Deckung. Almelo merkte dann, dass vielleicht doch noch was gehen könnte und wurde mutiger, wenn auch nach wie vor mit bescheidenen Mitteln. Twente wackelte. Erst ein Elfer kurz vor Schluss brachte die Entscheidung und die Holländer verfielen in eine ganz komische Schunkellaune. Ganz seltsame Kultur plötzlich. Schlimmer als Andy Schabe und alle Schlagerbarden zusammen, mit denen wir im Westfalenstadion so beschallt werden. Egal, Ende, Aus. Heimweg.
Das befürchtete Gladbach fiel aus. Wie mir schon bei anderen Spielen in Holland aufgefallen war, haben die Holländer ein echt gutes Verkehrskonzept nach dem Spiel und regeln die Zuflüsse von den einzelnen Parkplätzen durch Ordner. Somit hielt sich die Zeit im Stau vom Stadion auf die Hauptverkehrsstraße in erträglichen Grenzen.
Fazit: nettes Stadion, nette Atmosphäre. Trotzdem, blaues Gesindel im Stadion braucht kein Mensch. Da die Schlümpfe aber von Natur aus einen Hang zu biederem und erfolglosem Fußball haben, ist zu verstehen, dass sie eine Affinität zu Twente entwickelt haben…
 Nur der BVB

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Schwarzgelbe Grüße von
: Holger, Mo & Chrissy