Ich selbst bin Montag Abend angekommen, es war extrem wenig schwarz-gelb
zu sehen, aber viele Deutsche zu hören: "Oh, schau mal, ein BVB Fan".
Hostel war gut! Dienstagvormittag dann Treffen mit Kulla, Chrissy und deren Kumpel Jan und los ging die Touri-Tour: Erste Sehenswürdigkeit waren die berühmten Toiletten am Westminster-Pier
"hier fing damals (Wembley) alles an" und der Express-Tesco ggüber von
BigBen - ab 8 Fosters gibt's Rabatt.
Von da aus zu Fuss zum Buckingham Palace ("ey - versteckt das Bier, sonst nehmen Euch die Bullen das weg").
Im Regent's Park gab es sozialkritische Installationen unbekannter
Künstler zu bewundern: "Schlafender Penner auf Parkbank wird von
Eichhörnchen angeknabbert" und "Schlafender Penner im Gebüsch, während
BVB-Fans ihre Notdurft verrichten". Weil Kulla uneingennützig nen Jogger
(fast) von den Beinen holte um tatsächlich ne Wegauskunft statt auf die
Fresse zu kriegen,
haben wir dann auch sowohl Trafalgar Square als auch National Galery
gefunden, um uns dort mit Brinker, Böhne und noch ein paar anderen zu
treffen.
Da bei denen die Augen größer als der Mund waren halfen wir solidarisch,
sie von der Last der zu tragenden Dosen zu befreien. Danke nochmal! Nach MC-D-Mittagessen gings mit der Bahn ab zum Finsbury Park. Beim
Verlassen der Tube-Station war wieder wenig schwatzgelb und auch kein
Park zu sehen, aber zum Glück kannten Brinker und ich den Weg: "um die
Ecke links". Das haben wir dann 4 mal gemacht. Als wir wieder an der
Tube-Station waren, haben wir dann doch mal gefragt. Im Finsbury Park
selbst waren ca 50 Dixies, und vlt doppelt so viele Schwatzgelbe - der
große Mob stand statt dessen standesgemäß vor Lidl. Krass war im Park
die Masse an Leuten, die alle noch Karten suchten - da war absolut nix
zu holen.
Weil wir als Touris noch Highbury und ein echtes Pub besichtigen wollten, sind wir nicht mit dem Mob marschiert. In Highbury kamen wir sogar in den Innenraum, alle hatten große Augen.
In den alten Tribünen sind jetzt Wohnungen, Mietpreis zw. 400 und 800
Pfund - pro Woche.
Dann haben wir tatsächlich direkt ggüber vom Emirates ein Pub gefunden.
Die hatten ein geniales Marketing: Die Biere waren bis ca. 1cm über den
Rand voll, so dass man auf jeden Fall was verschütten musste. Das ging
dann auf einen dicken Teppich. Dadurch wurde im Teppich ein Kleber
aktiviert und man war gefangen. Die Zeit, die man dann braucht um sich
zu befreien, muss man sich Biers von der Theke durchreichen lassen, die
man dann wieder auf unbedarfte Neuankömmlinge verschüttet.
Jan, Kulla, Chrissy, Böhne und ich konnten uns schließlich befreien und
sind die paar Meter zum Stadion und wieder sah man wenig Schwatzgelbe:
Der Mob war schon drin.
Die wenige Polizei und Ordner waren extrem entspannt - da haben wir uns beim letzen mal wohl nicht daneben benommen.
Zum Spiel und zur Stimmung haben andere genug geschrieben: www.dailymail.co.uk/sport/football/article-2473100/Arsenal-1-Borussia-Dortmund-2-Even-fans-louder.html
Nach Abpfiff und Verabschiedung/Einstimmung aufs Derby mit der
Mannschaft gab's statt Blocksperre nen schnellen Rausschmiss und ab
gings in den Klebepub.
Dort wars einfach nur geil, wir alle haben unser "Und wenn DU das Spiel gewinnst..." gegröhlt - jeder mit einem anderen Text.
Hier die offizielle Variante: www.youtube.com/watch?v=773s8koJ9GI
Nach dem last call for alcohol ging's dann wieder in Richtung Innenstadt
- zu dem Zeitpunkt biertechnisch etwas unambitioniert weil fast alle
zur Frühstückszeit Ihren Flieger kriegen wollten.
Jedoch hielt die Bahn am King's Cross ... wir sind spontan wieder in den
Touri-Modus gewechselt. Nächste Attraktion war der Ort, wo damals
(Wembley) alles geendet hat: Das Miller's. Dort gab's zwar kein
BVB-Trikot, aber Bier zu holen. Kulla hat seinen immer schwerer
werdenden Kopf schon mal auf den Tisch fallen lassen, Chrissy hat wirr
seiner Freundin gesimst, die zu Hause im Internet Verkersmöglichkeiten
zum Flughafen suchen sollte, Brinker hat das Fussball-Geschäft erklärt,
Jan und ich haben mit den Biers gekämpft und so ist der Abend schön
ausgeklungen.
Am Flughafen baute sich dann vor mir noch ein Securiy-Gorilla auf - aber nur um "Congratulations" zu bekunden.
-------
Schwarzgelbe Grüße von: Boris
Freitag, 25. Oktober 2013
Donnerstag, 19. September 2013
SOKO Kringe ermittelt in Napoli
Nach dem perfiden und hinterhältigen Raub des Kringe-Trikots
unseres Präsidenten auf der After-Match-Party im Millers in London im
Mai, war die Laune lange Zeit im Keller. Wembley war schon hart, aber
dieser fiese Raub setzte allem die Krone auf. Nachdem sich unser Präsi
seinerzeit zu einer großen Bravo-Foto-Love-Story breit schlagen ließ, in
dem er jedem Dahergelaufenen sein Kringe-Trikot zwecks gemeinsamen Foto
im Miller zum Anziehen aufzwang, wurde er am Ende des Tages gnadenlos
bestohlen. Im Fokus waren schnell 3 Italiener, die sich als Napoli-Fans
ausgegeben hatten und einige Afrikaner, die die Gutgläubigkeit unseres
herzensguten Präsi ausnutzten. So glaubten wir zumindest.
Personenkontrollen im Millers blieben damals erfolglos und so fand man
sich letztlich mit dem Verlust des historischen Leibchens ab. Da uns
eine Reise nach Afrika in diesem Jahr leider vergönnt bleibt, gab uns
unser alter Kollege, Paulo Sousa, am 30.08. den entscheidenden Hinweis:
einer heißen Spur sollten wir am 18.09. in Neapel nachgehen.
Schnell wurde von Schwarz-Gelbsucht die „SOKO Kringe“ um die
Kommissare Mo und Holger gebildet, die von den beiden Spezialagenten und
Auswärtsveteranen, Akki und Matthias, erfolgreich ergänzt wurde.
Um 03.59 Uhr sollte die Reise beginnen. Unter dem Deckmantel
der Fanabteilung ging es Richtung Vesuv. Am Flughafen Düsseldorf
wimmelte es schon von Schwatzgelben, die alle das gleiche Ziel hatten.
Kringe-Trikots suchte man vergebens. Den Täter erwarteten wir auch nicht
hier. Zur ersten Taktikbesprechnung fand man sich gleich direkt vorm
Abflug ein und legte das Ermittlungstempo für den Tag fest. Dabei fiel
gleich eine Gruppe Vorstadtcowboys auf, die ebenfalls scheinbar Richtung
Napoli unterwegs waren, sich aber wohl nicht ganz sicher waren, was sie
da wollten. Mottofahrt, Junggesellenabschied oder doch eher Dritte
Halbzeit – wir waren uns nicht sicher. Definitiv gehörte die Crew nicht
zur SOKO, den schwatzgelb schien bei denen eher nicht Programm zu sein…
Der Flug verlief reibungslos. Auch Captain und Stewardessen fielen nicht
ins Profil der Verdächtigen.
In Nepael hatte Kommissar Rizzo bereits
ein 50-Mann-Taxi für uns Richtung Hafen gebucht. Am Hafen angekommen,
wurden wir gleich von nicht erwarteten Freundlichkeit überschüttet.
Hatte man unsere Mission durchschaut? Alle begrüßten uns herzlich.
Borussia – Daumen hoch. Napoli 3, Borussia 0 folgte. Die Ermittlungen
begannen. Das Programm sah vor, sich erst mal zu einer konspirativen
Sitzung irgendwo mit Meerblick zusammen zu setzen. Schnell erreichten
wir ein königsblaues Tor, mit der Aufschrift „Members only“. Eine als
Yacht Club getarnte Brutstätte des Bösen! Special Agent Mo, nach eigener
Auskunft mit italienischen Kenntnissen ausgestattet, versuchte uns
Zutritt zu verschaffen. Ein gutgläubiger, Vespa-fahrender Italiner,
sprang drauf an und versuchte uns in den Club zu schleusen. Leider
vergebens. Garantiert, das Kringe-Shirt des Präsi sollte dort sein! Man
lotste uns um den Club herum und gab uns den Tipp, dass wir weiter oben
einen perfekten Einblick haben würden. Leider nein. Perfekter Blick ja,
Kringe-Trikot nein!
So musste die nächste Besprechung her. Dr. Peroni in
groß unterstützte uns und wir beschlossen erst mal, ins Innere der
Stadt zu gehen und die kleinen Hinterhofspelunken zu durchsuchen. Wieder
empfingen uns die Einheimischen mit viel Zuneigung, um im Gegenzug
nachzulegen, dass wir abends keine Chance hätten. Das erste Ristorante,
dass wir fanden hatte offenkundig noch zu, zumindest saß ein alter Mann
Salat zupfend vor der Tür. Schnell erkannte man unsere Absichten und
deckte die Tische für uns. Der Kellner – natürlich Napoli-Tifosi-
empfing uns wieder freundlich, erklärte die Rituale des Abends und
servierte aufmerksam. Da irgendwelche BVB-Ultras mit Ultras von Catania
Calcio befreundet sind, die wiederum mit den Ultras von Napoli gut
können, hieß man uns herzlich willkommen (also meine Freunde sind auch
Deine Freunde) – immer mit dem Zusatz, dass man Buyern Munich hasse (die
vor 2 Jahren in der Napoli-Gruppe waren). Bei Pizza und eiskaltem Pils
schmiedeten wir die nächsten Pläne. Sonderermittler Akki bekam derweil
die neusten Eindrücke vom möglichen Tatort von Nobby Dickel übermittelt.
Leider war er nicht zu einer persönlichen Erläuterung der Tatschen in
der Lage. Der Kellner, mittlerweile nicht mehr im Kreis der
Verdächtigen, gab uns den Tipp, wir sollten mal in der Vanilla Bar
unsere Ermittlungen fortsetzen. Dort gebe es ggf. eine Spur, wo wir das
Trikot finden könnten.
Wir machten uns auf den Weg. Unterwegs kämpften
wir mit unzähligen Neapolitanern, die sich mit uns fotografieren oder
den Schal tauschen wollten. Klare Sache, wir drohten aufzufliegen! Wir
spielten das Spiel freundlich mit, verschönerten sogar ein Hochzeitsfoto
und fielen letztlich in die besagte Bar ein. Hier schickte man erst mal
einen albanischen Kellner vor, der aber gleich mal von seinem
BVB-Trikot erzählte. Der Täter! – Nein, schnell sollte sich entpuppen,
dass er sein Trikot irgendwann mal in Zusammengang mit einem Juve-Spiel
erstanden hatte. Der Tipp mit der Bar war jedoch so heiß, dass wir
entschlossen, die Ermittlungen auf diesen Laden zu fokussieren. Sofas,
Sonne und Kaltgetränke, dazu ständig Passanten, die sich für Schwarzgelb
interessierten. Nach einigen Stunden schien jedoch auch die
Geschäftsführung Lunte gerochen zuhaben. Schell zeigte man uns ein Foto
mit Aki Watzke vom Vortag und forderte uns auf, ein Liedchen zu
trällern. Holger konnte schnell eine Runde Bier aushandeln, dafür durfte
der Kellner gleich mal unsere Version von Kevins Europapokallied mit
dem Handy filmen. Zwischendrin kamen immer wieder potenzielle
Tatverdächtige, die uns mit ihrer Freundlichkeit um den Finger wickeln
wollten. Mo gab irgendwann nach und tauschte aus ermittlungstaktischen
Gründen seinen Schal mit einem Tatverdächtigen. Nach einiger Zeit war
klar, hier war das Trikot auch nicht. Wir entschlossen uns nochmal, die
Lokalität zu wechseln. Wir endeten wieder abseits und suchten ein
Ristorante auf. Spaghetti, Pizza, Pils und die Erkenntnis, man können
den Täter jetzt nur noch am Stadion finden!
Kommissar Rizzo hat für den
Transport eigentlich Busse bestellt, aber unsere Ermittlung hatten zu
lange gedauert. Also stiegen wir in die Verhandlungen mit der
Taxifahrer-Connection ein. 25 € für 5 km, aber jeder wollte uns fahren.
Egal. Durch die verstopften Straßen von Napoli ging es also ca. 70 min
vorm Spiel zum Stadion. Mitten vorm Stadion stiegen wir aus und hofften,
den Täter zu finden. Doch gleich wickelte man uns wieder in alt
bekannter Manier um den Finger. Auf dem Vorplatz des Stadions empfing
man uns mit den bereits bekannten Reaktionen. Fotos über Fotos und
vieles mehr…Aber kein langarmiges Kringe-Trikot! Wir gingen zum
Gästeblock, der zu unserer Überraschung – nein, wir wussten es vorher –
leider nur zur Hälfte gefüllt war.
Das Stadion war – trotz seiner doch eher tristen Bauweise mit
Laufbahn – beeindruckend. Der Support von Napoli – sensationell. Laut
und vielleicht gefühlte 5 Minute ohne eine Pyro-Fackel irgendwo im Rund
des Stadions. Bei uns anfangs auch gut. Leider ließ die Stimmung nach
dem ersten Gegentor merklich nach, obwohl gerade da die Mannschaft
Unterstützung gebraucht hätte. Man musste einigen Leuten förmlich in den
Arsch treten, damit die mal ihren Mund aufmachten. Naja, was soll man
dazu sagen. Die Stimmung flachte leider immer mehr ab. Kringe-Trikots –
wie zu erwarten – Fehlanzeige. Schlusspfiff. Unsere Mission schien
vorbei. Wo sollten wir jetzt noch das Trikot finden? Die Neapolitaner
spendeten noch kräftig Applaus für uns. Nein, diese Fans können keine
Diebe sein! Rizzo hatte noch mal ganze Arbeit geleistet, denn die Busse
standen in großer Anzahl bereit, so dass wir pünktlich gegen Mitternacht
wieder am Flughafen waren. Ein letzter Versuch von uns wurde
unternommen. Ein Taxi wurde gechartert und lotste uns zu einer
abgelegenen Pizzabude irgendwo in Napoli. Davor hatten alle vorher
gewarnt, aber diese letzte Chance wollten wir wahrnehmen. Aber auch hier
nix Neues: Kein Trikot, dafür Pizza, Pils, Napoli-Poster und nette
Leute…
Um 03.50 Uhr gings zurück nach Deutschland.
Übrigens, die Gruppe von Mottofahrern von morgens waren in
offizieller Funktion unterwegs. So kann man sich in Menschen täuschen…
Fazit: Die SOKO hat alles gegeben und sich für weitere
Spezialeinsätze qualifiziert! Paulo Sousa hat uns eine Finte gelegt. Nix
Kringe in Napoli, dafür nette Neapolitaner, Sonne, kaltes Pils, lecker
Essen, geile Tour. Vielleicht klappts dann nächste Mal auch mit nem
Dreier… Wir freuen uns aufs Rückspiel.
Ach ja, wenns gut läuft, können wir im Dezember 2014 dann der zweiten heißen Spur in Afrika nachgehen…
Nur der BVB.
-------
Schwarzgelbe Grüße von: Mo & Holger
Standort:
Neapel, Italien
Mittwoch, 4. September 2013
...mein Herz schlägt nur für Dich - und für Fiege! / Schwarz und weiß wie Schnee!
VfL Bochum - SC Paderborn 4:2
Das letzte Wochenende im August sollte ganz im Zeichen des Fußballs
stehen. Da ich die beiden Tage als Strohwitwer verbringen sollte, musste
ein Plan her, wie man die Zeit verbringt. Warum also nicht der
Fußballleidenschaft hemmungslos frönen? Für das Auswärtsspiel unseres
BVB hatte ich mir noch ein Ticket über die Eintracht besorgt, Block 24
neben dem Gästeblock. Da das Spiel am späten Sonntagnachmittag angesetzt
wurde, hatte ich am Samstag die Wahl zwischen den beiden Topspielen
Alemannia Aachen vs. Sportfreunde Lotte und VfL Bochum vs. SC Paderborn.
Da ich schon lange mal wieder an die Castroper wollte, viel mir die Wahl
dann eigentlich relativ leicht. Anstoß war am Samstag um 13:00 Uhr, also
richtig schön zur Primetime. Morgens noch eben ins Büro und einen
Kollegen einarbeiten, ging es dann zum Bahnhof. Wie gewohnt gab es ein
"freudiges" Wochenendgeschenk der Deutschen Bahn: mein Zug hatte satte
120 Minuten Verspätung! Gott sei Dank war ich aber direkt aus dem Büro
zum Bahnhof gefahren und hatte keinen Boxenstop zu Hause gemacht. So
konnte ich auf den letzten Drücker noch in den RE1 springen. Eine
Straßenbahn später, und das Thema hätte sich erledigt, weil ich es sonst
bei weitem nicht zum Anstoß ins Stadion geschafft hätte! So war aber
alles im Lot. In freudiger Erwartung setzte sich der Zug in Bewegung. In
Duisburg stiegen dann die ersten Bochumer zu. Leider verhieß das Wetter
nichts Gutes und dies sollte sich dann in Bochum bestätigen. War es am
Bahnhof noch trocken, goss es an der Castroper aus Kübeln, als die
alt-ehrwürdige 306 aus dem Untergrund gen Himmel stieß. Ich suchte
erstmal Unterschlupf an der Tanke vor der Krümmede. Die alten ranzigen
Kassenhäuschen vor dem Ruhrstadion hat man mittlerweile abgerissen und
durch einen miesen blauen Baucontainer ersetzt. Eine Überdachung gab es
nicht und ich hatte keine Jacke mit. Endlich ließ es gg. 12:40 Uhr etwas
nach und ich hatte die Wahl zwischen Kassencontainer geradeaus und
Würstchenbude zur rechten. Ich entschied mich natürlich für die PoBu -
eine weise Entscheidung! Kaum unter dem Vordach angekommen, öffnete
Petrus wieder ordentlich die Schleusen. Konnte mir ja Latte sein, war
ich doch im Trockenen und bestellte mir eine ordentliche Brat mit Senf.
An dieser Stelle möchte ich eine Lanze für diese Bude brechen:
Ruhrgebietscharme wie im Lehrbuch! Zwei Ommas mit Schürze schwangen die
Pommes-Kübel, ein Oppa (stilecht im weißen Kittel) rotierte mit der
Wurstzange. Und immer wieder wurde ein herzhaftes "Wer bekommt die
Curry-Pommes?" eingestreut. Um 13:50 Uhr, es regnete immer noch
ordentlich, gleichwohl nicht mehr so wie kurz zuvor, sprintete ich dann
doch zur Kassenbude und holte mir eine Karte für die Ost (12€). Der
erste Weg führte mich natürlich zum Bierstand. Für 3,60€ gab es den
halben Liter Fiege. Pünktlich zur musikalischen Einstimmung erklomm ich
die Stufen des Block P. Die Ost war gut voll, Haupt- und Gegengerade
waren gut gefüllt (Insgesamt 17.767 Zuschauer). Auf der West lungerten aber
nur ein Paar Grüne rum. In einer mir noch unbekannten Vereinshymne wurde die Treue zum VfL besungen, während das Publikum seinerseits während des
Refrains auch immernoch die Liebe zu Fiege-Bier Kund tat. Herrlich! Dann
der obligatorische Höhepunkt: Bochum von Grönemeyer. Ich muss zugeben,
dass ich da noch immer eine kleine Gänsepelle bekomme. Liegt sicherlich
auch daran, dass, obwohl ich schon seit über fünf Jahren nicht mehr in
Bochum wohne, die tollen sieben Jahre Studium an der Ruhr-Uni
unvergessen sind. Durch zahlreiche Besuche an der Castroper hängt dazu
auch ein kleiner Teil meines Fußballherzens an der grauen Maus. Das
Spiel begann und der VfL legte gleich forsch los. Peddar sollte
allerdings mal im Training Torschüsse üben, denn die Versuche waren
alles in allem sehr kläglich. Auf den Rängen aber wirklich gute
Stimmung. Leider verflachte diese zur Mitte der ersten Halbzeit Hand in
Hand mit dem Geschehen auf dem grünen Rasen. Von dem Stehplatzblock der Gäste war auch nichts zu vernehmen. Also
nutzte ich die Zeit um mich mit neuem Fiege einzudecken. Diesmal in
Stereo. Auf die Tribüne kam ich gerade wieder rechtzeitig, denn Richard
Sukuta-Pasu (der spielt mittlerweile beim VfL) hatte einen
Tollwut-Anfall und fing an die Streitaxt zu schwingen. Folgerichtig
musste sein Gegenspieler verletzt raus und bei Paderborn kam unser alter
Bekannter Uwe
Hünemeier auf den Platz. Als sich alles schon auf die
Pause einrichtete, ging es doch noch richtig rund. Erst bekam Paderborn
plötzlich einen Elfer, dann legte man nach einer Ecke zwei Minuten
später direkt noch einen nach. 0:2 zur Pause. Bochum war überlegen,
Paderborn trug aber seine wenigen Angriffe immer sehr zielstrebig und
strukturiert vor. Zur Pause nahm Peddar den platzverweisgefährdeten
Sukuta-Pasu runter. Und der VfL kam mit neuem Elan aus der Kabine. 26
Sekunden nach Wiederanpfiff schlug es dann auch schon ein und man
witterte Morgenluft, das Publikum war zurück und machte ordentlich
Rabatz. Der Schiedsrichter brachte durch viele kleine Entscheidungen
gegen den VfL weiter Pfeffer Pfeffer in die Bunde und erntete mehrmals ein gellendes Pfeifkonzert. Die Akustik und der Charme
des Ruhrstadions erinnern mich immer etwas an das alte
Westfalenstadion. Der VfL fightete und drehte die Partie noch zu einem
4:2 - die Castroper war ein Tollhaus! Ultras hingen oben-ohne auf den
Zäunen, selbst die Geraden standen komplett und Peddar tobte vor Freude.
Insgesamt war ich sehr beeindruckt. Die Stimmungsblöcke präsentierten eine erstaunliche Bandbreite an Liedern, die man selten bis gar nicht in anderen Stadien hört. Dazu gibt es im Rahmenprogramm wenig Kommerz. Auf den Rängen fand sich dazu keinerlei Eventpublikum, weil der VfL ohnehin nur mittelmäßig in die Saison gestartet war. Richtig schön Old School. Zum Dessert gab es dann noch ne Fiege für den Heimweg. Am Bahnhof war wohl auch noch etwas Bambule, aber zu dem Zeitpunkt war ich schon wieder Richtung Köln unterwegs.
Eintracht Frankfurt - BVB 1:2
Am Sonntagmittag ging es dann mit dem ICE nach Frankfurt. Mit Mo und Carsten hatte ich am Telefon ausgemacht, dass wir uns am Stadion treffen. Während ich um 14:00 Uhr zur U-Bahn schlenderte, hatten die beiden Recken nur noch 100km zu fahren und sollten somit weit vor mir da sein. Am Bahnhof Deutz lief mir dann Hans Leyendecker über den Weg, einer der renommiertesten Enthüllungsjournalisten Deutschlands. Für die Süddeutsche hat er bei MAN, Siemens und Co schon ordentlich Lunten gelegt. Aber der gute Hans zeichnet sich auch durch eine bedingungslose Liebe zur Borussia aus und so stieg er in BVB-Trainingsjacke mit mir in den Zug. Über die Hochgeschwindigkeitstrasse entlang der A3 ging es dann zum Riederwald. Eine Stunde vor Anpfiff war ich im Stadion und versuchte erstmal Mo und Carsten zu erreichen. Wie immer am Stadion konnte man sich den Versuch auch schenken, weil die Netze überlastet waren. Bei Bier und Sonnenschein lungerte ich vor dem Gästeblock rum, doch als ich die beiden zehn Minuten vor Anpfiff noch nicht gesehen hatte, musste Plan B her. Leider wurden die Blöcke im Waldstadion streng kontrolliert, sodass ich mich nich
t in den Gästeblock schmuggeln konnte. So blieb mir
erstmal nur mein offizieller Platz im Eintracht-Block. Das Spiel begann
und ich hatte schnell den Kaffee auf, weil um mich herum kaum ein
Schwarzgelber zu sehen war. Aber es half ja nichts und ich konzentrierte
mich auf das Spiel. Von Anfang an ging es rauf und runter und man konnte
doch einen deutlichen Qualitätsunterschied zum Vortag feststellen. Nach
keinen zehn Minuten machte Micki dann das 1:0 und im Gästeblock war gut
was los. Lewandowski hätte wenig später nachlegen müssen, was nicht
unerheblich zur Beruhigung der Nerven beigetragen hätte. So war es aber
nichts mit Entspannung und die Eintracht kam durch katastrophale
Aussetzer unserer Defensive zu einigen richtig dicken Chancen. Besonders
Kollege Hummels tat sich diesbezüglich negativ hervor. Beim Ausgleich
hat er dann auch sauber das Abseits aufgehoben, weshalb Klopp zur Pause
zurecht Sokratis brachte. In der Halbzeit tigerte ich wieder zum
Gästeblock, um vielleicht doch noch Mo und Carsten zu treffen. Das
einzige, was ich aber fand, war ein wenig überlaufener Bierstand. Auf
den Eintracht-Block hatte ich aber keinerlei Lust mehr und so griff ich
arglistig in die Schauspielkiste: Ich lief auf einen Block im
Gästebereich zu und tat so, als hätte ich meine Gästekarte verloren. Der
Ordner kaufte es mir ab und ließ mich durch. Nur war der Block sehr
klein. Er war nämlich genau der schmale Ring zwischen Ober- und
Unterrang, der im Rest des Stadions die Logen bildet. Nur zwei Reihen
Sitzplätze trugen jetzt nicht gerade dazu bei, in der Menge
unterzutauchen und so stand ich dann die kompletten 45min neben besagtem
Ordner. Das Spiel hatte nicht mehr ganz das Tempo wie zuvor, war aber
weiter gut. Nach einer knappen Stunde fasste sich unser Armenier dann
mal ein richtiges Herz und bat zum Tanz. Im Anschluss an die
formvollendete Pirouette nahm er Maß und schweißte die Murmel mit einem
satten Linksschuss in die Maschen. Im Gästeblock steppte im Anschluss mächtig der Bär. Trotzdem war die Eintracht weiter
stets gefährlich und entsprechend froh war man beim Abpfiff. Meine
S-Bahn zum Flughafenbahnhof sollte um 20:00 Uhr fahren. Aus Erfahrung
wusste ich, dass der Gästeausgang in Richtung S-Bahnhof nach
Schlusspfiff abgesperrt wird und man nur über Umwege zur Bahn kommt.
Deshalb zog ich unmittelbar nach Schlusspfiff los. Ich kam erstaunlich
gut durch und erwischte eine zeitige Bahn, weshalb ich am Flughafen
sogar noch einen ICE früher erwischen konnte. Der Abend klang dann bei
einer lustigen Runde im Bord-Bistro mit kölschen VfB-Fans aus, die beim
Spiel gegen Hopp waren. Zwischenbruch bimmelte Mo noch durch. Er und
Carsten waren erst kurz vor Anpfiff im Stadion, weil sie ewig in einem
Stau vor Frankfurt gestanden hatten. Da ist die Fahrt von Köln mit dem ICE echt super und ich war exakt zwei Stunden nach Abpfiff wieder auf dem Sofa.
Fazit: Ein richtig schönes Fußballwochenende mit zwei tollen Spielen. An der Castroper bin ich diese Saison wohl nicht das letzte Mal gewesen...
-------
Schwarzgelbe Grüße von: Basse
Das letzte Wochenende im August sollte ganz im Zeichen des Fußballs
stehen. Da ich die beiden Tage als Strohwitwer verbringen sollte, musste
ein Plan her, wie man die Zeit verbringt. Warum also nicht der
Fußballleidenschaft hemmungslos frönen? Für das Auswärtsspiel unseres
BVB hatte ich mir noch ein Ticket über die Eintracht besorgt, Block 24
neben dem Gästeblock. Da das Spiel am späten Sonntagnachmittag angesetzt
wurde, hatte ich am Samstag die Wahl zwischen den beiden Topspielen
Alemannia Aachen vs. Sportfreunde Lotte und VfL Bochum vs. SC Paderborn.
Da ich schon lange mal wieder an die Castroper wollte, viel mir die Wahl
dann eigentlich relativ leicht. Anstoß war am Samstag um 13:00 Uhr, also
richtig schön zur Primetime. Morgens noch eben ins Büro und einen
Kollegen einarbeiten, ging es dann zum Bahnhof. Wie gewohnt gab es ein
"freudiges" Wochenendgeschenk der Deutschen Bahn: mein Zug hatte satte
120 Minuten Verspätung! Gott sei Dank war ich aber direkt aus dem Büro
zum Bahnhof gefahren und hatte keinen Boxenstop zu Hause gemacht. So
konnte ich auf den letzten Drücker noch in den RE1 springen. Eine
Straßenbahn später, und das Thema hätte sich erledigt, weil ich es sonst
bei weitem nicht zum Anstoß ins Stadion geschafft hätte! So war aber
alles im Lot. In freudiger Erwartung setzte sich der Zug in Bewegung. In
Duisburg stiegen dann die ersten Bochumer zu. Leider verhieß das Wetter
nichts Gutes und dies sollte sich dann in Bochum bestätigen. War es am
Bahnhof noch trocken, goss es an der Castroper aus Kübeln, als die
alt-ehrwürdige 306 aus dem Untergrund gen Himmel stieß. Ich suchte
erstmal Unterschlupf an der Tanke vor der Krümmede. Die alten ranzigen
Kassenhäuschen vor dem Ruhrstadion hat man mittlerweile abgerissen und
durch einen miesen blauen Baucontainer ersetzt. Eine Überdachung gab es
nicht und ich hatte keine Jacke mit. Endlich ließ es gg. 12:40 Uhr etwas
nach und ich hatte die Wahl zwischen Kassencontainer geradeaus und
Würstchenbude zur rechten. Ich entschied mich natürlich für die PoBu -
eine weise Entscheidung! Kaum unter dem Vordach angekommen, öffnete
Petrus wieder ordentlich die Schleusen. Konnte mir ja Latte sein, war
ich doch im Trockenen und bestellte mir eine ordentliche Brat mit Senf.
An dieser Stelle möchte ich eine Lanze für diese Bude brechen:
Ruhrgebietscharme wie im Lehrbuch! Zwei Ommas mit Schürze schwangen die
Pommes-Kübel, ein Oppa (stilecht im weißen Kittel) rotierte mit der
Wurstzange. Und immer wieder wurde ein herzhaftes "Wer bekommt die
Curry-Pommes?" eingestreut. Um 13:50 Uhr, es regnete immer noch
ordentlich, gleichwohl nicht mehr so wie kurz zuvor, sprintete ich dann
doch zur Kassenbude und holte mir eine Karte für die Ost (12€). Der
erste Weg führte mich natürlich zum Bierstand. Für 3,60€ gab es den
halben Liter Fiege. Pünktlich zur musikalischen Einstimmung erklomm ich
die Stufen des Block P. Die Ost war gut voll, Haupt- und Gegengerade
waren gut gefüllt (Insgesamt 17.767 Zuschauer). Auf der West lungerten aber
nur ein Paar Grüne rum. In einer mir noch unbekannten Vereinshymne wurde die Treue zum VfL besungen, während das Publikum seinerseits während des
Refrains auch immernoch die Liebe zu Fiege-Bier Kund tat. Herrlich! Dann
der obligatorische Höhepunkt: Bochum von Grönemeyer. Ich muss zugeben,
dass ich da noch immer eine kleine Gänsepelle bekomme. Liegt sicherlich
auch daran, dass, obwohl ich schon seit über fünf Jahren nicht mehr in
Bochum wohne, die tollen sieben Jahre Studium an der Ruhr-Uni
unvergessen sind. Durch zahlreiche Besuche an der Castroper hängt dazu
auch ein kleiner Teil meines Fußballherzens an der grauen Maus. Das
Spiel begann und der VfL legte gleich forsch los. Peddar sollte
allerdings mal im Training Torschüsse üben, denn die Versuche waren
alles in allem sehr kläglich. Auf den Rängen aber wirklich gute
Stimmung. Leider verflachte diese zur Mitte der ersten Halbzeit Hand in
Hand mit dem Geschehen auf dem grünen Rasen. Von dem Stehplatzblock der Gäste war auch nichts zu vernehmen. Also
nutzte ich die Zeit um mich mit neuem Fiege einzudecken. Diesmal in
Stereo. Auf die Tribüne kam ich gerade wieder rechtzeitig, denn Richard
Sukuta-Pasu (der spielt mittlerweile beim VfL) hatte einen
Tollwut-Anfall und fing an die Streitaxt zu schwingen. Folgerichtig
musste sein Gegenspieler verletzt raus und bei Paderborn kam unser alter
Bekannter Uwe ![]() |
| Auf die Zäune - aber noch mit allen Klamotten... |
Insgesamt war ich sehr beeindruckt. Die Stimmungsblöcke präsentierten eine erstaunliche Bandbreite an Liedern, die man selten bis gar nicht in anderen Stadien hört. Dazu gibt es im Rahmenprogramm wenig Kommerz. Auf den Rängen fand sich dazu keinerlei Eventpublikum, weil der VfL ohnehin nur mittelmäßig in die Saison gestartet war. Richtig schön Old School. Zum Dessert gab es dann noch ne Fiege für den Heimweg. Am Bahnhof war wohl auch noch etwas Bambule, aber zu dem Zeitpunkt war ich schon wieder Richtung Köln unterwegs.
Eintracht Frankfurt - BVB 1:2
Am Sonntagmittag ging es dann mit dem ICE nach Frankfurt. Mit Mo und Carsten hatte ich am Telefon ausgemacht, dass wir uns am Stadion treffen. Während ich um 14:00 Uhr zur U-Bahn schlenderte, hatten die beiden Recken nur noch 100km zu fahren und sollten somit weit vor mir da sein. Am Bahnhof Deutz lief mir dann Hans Leyendecker über den Weg, einer der renommiertesten Enthüllungsjournalisten Deutschlands. Für die Süddeutsche hat er bei MAN, Siemens und Co schon ordentlich Lunten gelegt. Aber der gute Hans zeichnet sich auch durch eine bedingungslose Liebe zur Borussia aus und so stieg er in BVB-Trainingsjacke mit mir in den Zug. Über die Hochgeschwindigkeitstrasse entlang der A3 ging es dann zum Riederwald. Eine Stunde vor Anpfiff war ich im Stadion und versuchte erstmal Mo und Carsten zu erreichen. Wie immer am Stadion konnte man sich den Versuch auch schenken, weil die Netze überlastet waren. Bei Bier und Sonnenschein lungerte ich vor dem Gästeblock rum, doch als ich die beiden zehn Minuten vor Anpfiff noch nicht gesehen hatte, musste Plan B her. Leider wurden die Blöcke im Waldstadion streng kontrolliert, sodass ich mich nich
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| Gästeblock in Frankfurt |
Fazit: Ein richtig schönes Fußballwochenende mit zwei tollen Spielen. An der Castroper bin ich diese Saison wohl nicht das letzte Mal gewesen...
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Schwarzgelbe Grüße von: Basse
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