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Freitag, 23. Januar 2015

Inselhopping: Drei Tage, vier Grounds


Groundhopping auf der Insel, 17.-19. Januar 2015:
Derby County – Nottingham Forest 1:2, iPro Stadium
Sheffield Wednesday – Bolton Wanderers 1:2, Hillsborough Stadium
West Ham United – Hull City 3:0, Upton Park



London Calling

Samstagmorgen, 3.30 Uhr: Kaum geschlafen, der Wecker klingelt trotzdem. 
4:15 Uhr: In der Tremoniastraße fährt das vorbestellte Taxi vor, das uns zum Dortmunder Hauptbahnhof fährt. 
7:00 Uhr: Der Flieger beschleunigt auf der Startbahn des Düsseldorfer Flughafens. Auf geht’s Richtung Insel.  Das erste Erfrischungsgetränk gibt es auf halber Strecke – der Tag wird noch lang genug werden.
8:45 Uhr: Wir erreichen King‘s Cross. Da unser Hotel leider keinen Gepäckservice anbietet und unser Check-in erst um 12 Uhr möglich ist, deponieren wir unser Gepäck kostengünstig im Gepäckdepot am St. Pancras für wirklich faire zehn Pfund. Pro Gepäckstück versteht sich. Egal, schnell akzeptieren wir, dass Geld an diesem Wochenende keine Rolle spielen darf.


The Rams meets Forest
 
10:00 Uhr: Wir sitzen im East-Midlands-Zug nach Derby. Zum Derby. Kurz nach High Noon steht dort das erste Spiel an diesem Tag auf dem Programm: Derby County empfängt den Nachbarn, Traditionsverein und zweimaligen Landesmeister-Cupsieger Nottingham Forest. 
11:30 Uhr: Nach 1,5 Stunden Fahrtzeit durch Schnee und Eis und weiteren Erfrischungspatronen im Zug – in England wird zu fanfreundlichen Preisen Dosenbier in den Zügen verkauft – erreichen wir Derby. Das Stadion liegt etwa 15 Gehminuten vom Bahnhof entfernt in einem Industriegebiet. Das iPro Stadium (früher Pride Park) wurde 1997 eröffnet, dementsprechend handelt es sich um eine dieser neuen, lieblosen Blechkisten irgendwo außerhalb. Leider gibt es daher auch wenig Pubkultur rund ums Stadion. Da wir sowieso knapp in der Zeit liegen, schmerzte das nicht sonderlich. Wir entschließen uns, im Stadion noch eins zu nehmen. Mit Fanshop und Anstehen wird es letztlich aber so knapp, dass wir die Hülse auf die Halbzeit vertagen musste.

Vor dem Spiel hatten wir gehofft, dass wir wenigstens in einem Derby mit etwas Stimmung rechnen konnten und kein Operettenpublikum vorfinden würden – wie inzwischen eher auf der Insel üblich. Doch siehe da: Wir werden mehr als positiv überrascht. Das Stadion ist erwartungsgemäß ausverkauft, der Gästeblock gut gefüllt und die gesamte Heimkurve hinterm Tor peitscht ihre Mannschaft die ganze Zeit nach vorne. Das gleiche tun die Forest-Fans – die Atmosphäre ist klasse und eines Derbys in Derby absolut würdig. Und auch dem dem Spiel kommt die Stimmung zugute, beide Mannschaften geben Vollgas. Derby geht schnell durch ein Eigentor in Führung, Forest scheint angezählt, aber so richtig Zwingendes ergibt sich nicht mehr für Derby, trotz aller Bemühungen. Zur Halbzeit hechten wir in die Katakomben. Die Versorgungsstände sind jedoch hoffnungslos überfüllt, so dass wir unser verdientes Pils – stilecht aus Plastikflasche – im Eiltempo runterstürzen müssen.

Die zweite Halbzeit geht wieder temporeich los, jetzt ist allerdings Forest am Drücker, während Derby merklich dem Tempo der ersten Halbzeit Tribut zollen muss. Folgerichtig fällt der Ausgleich.

Kurz vor 14:00 Uhr: Es läuft die 85. Minute, als wir unserem weiteren Tagesprogramm zuliebe vorzeitig unsere Plätze räumen, um unseren Zug nach Sheffield zu bekommen. Wir machen uns wenig Sorgen, noch groß etwas zu verpassen, beide Mannschaften scheinen sich irgendwie mit dem Ergebnis zu arrangieren. Im Sprinttempo laufen wir den knappen Kilometer zum Bahnhof und erreichen überpünktlich unseren Zug. Schnell versorgt uns ein freundlicher Mensch mit Pils im Zug. Um sicherzugehen, dass wir auch tatsächlich nichts mehr verpasst haben, checken wir kurz das Endergebnis – scheiße, 1:2 für Forest. Tatsächlich doch noch ein Tor in der 3. Minute der Nachspielzeit! Naja, den Zug hätten wir dann wohl locker verpasst und das ganze Programm mit dem Spiel in Sheffield wäre für die Katz gewesen. Zumal sich dort herausstellen wird, dass sich unser pünktliches Erscheinen lohnt…


Ob Regen und Schnee – Sheffield Wednesday Oleeeeee


14:45 Uhr: Wir erreichen Sheffield. Bis zum legendären Hillsborough-Stadion sind es aber noch ein paar Minuten, da es etwas außerhalb des Stadtkerns liegt. Ein Taxi hilft. Sheffield versprüht, als ehemalige Stahl-Hochburg, den Charme mancher herunter gekommener Städte im Ruhrgebiet, wobei der Stadtkern in den letzten Jahren deutlich aufpoliert wurde. Hillsborough liegt jedoch richtig schön passend in einem Industriegebiet. Doch anders als das Stadion in Derby, ist Hillsborough eine richtig alte Schachtel mit einer traurigen Geschichte. Das Stadion wurde 1899 eröffnet und über die Jahre ständig erweitert. 1966 war es Spielstätte bei der WM (u.a. spielte Deutschland dort) und 1989 Schauplatz der Hillsborough-Katastrophe.

15:00 Uhr: Fast auf die Sekunde genau landen wir auf unseren Plätzen auf dem Spion Kop, der letzten Tribüne in England die von Stehplatz in Sitzplatz umgewandelt wurde und idyllisch in einen Hang gebaut liegt. Am Stadion nagt sichtbar der Zahn der Zeit: die Stufen hoch in den Block sind ordentlich kaputt und vermoost, im Stadionumfeld sehen die Gehwege eher wie Seenplatten aus – also ein richtig schöner Ort um guten traditionsreichen und nostalgischen Fußball zu gucken. Vom Spiel hatten wir im Vorfeld nicht viel erwartet, von der Stimmung auch nicht. Auch hier werden wir aber positiv überrascht. 22.000 Zuschauer finden den Weg zum Spiel, auf unserer Tribüne sitzen die  Stimmungsmacher! Wahnsinn, wieder Stimmung in einem englischen Stadion! Pünktlich zum Spiel setzt starker Schneefall ein. Besonders bemerkenswert, aber auch irgendwie typisch, fällt uns ein Typ auf der unüberdachten Tribüne in einer der Ecken auf.  Auf die Entfernung ein Prototyp eines englischen Fans, vermutlich noch Gründungsmitglied der Owls Crime Squad. Bevorzugte Bekleidung des Stiernackens: Nackte Bierplautze vom Feinsten, Schnee und Regen plätschern auf die Fleischmütze. Und das die vollen 90 Minuten. Geiles Schauspiel!

Wir haben uns kaum hingesetzt, da klingelt’s auch schon im Gebälk – und wir wissen, warum sich der vorzeitige Aufbruch in Derby doch gelohnt hat. Die Gäste aus Bolton machen nach eklatantem Abwehrfehler das 1:0, auch das zweite Tor der Wanderers lässt nicht lange auf sich warten. Das Spiel scheint gelaufen, doch Sheffield gibt nicht auf und erzwingt Mitte der ersten Halbzeit einen Elfer, der zum 1:2-Anschlusstreffer führt.

Das Spiel ist kein Leckerbissen, aber der Einsatz stimmt. Es entwickelt sich Kick-and-Rush bei widrigen Platzverhältnissen von aller bester britischer Prägung! Hin- und her und manchmal einfach unfassbar, weil scheinbar einfachste Bälle ins Aus springen, ohne Not. Zur Halbzeit suchen wir die hochmodernen Sanitäranlagen auf. Die Wege bestehen nur aus Wasser, knöcheltief versteht sich, was die Leute und uns aber nicht abhält, den Weg zum Versorgungsstand zu suchen. Badehosen hatten wir dummerweise nicht dabei… Die Halbzeit reicht für ein Kaltgetränk – aus Plastikflasche versteht sich – bevor es wieder hoch den Hügel in unseren Block geht.

In der zweiten Halbzeit reißt der Einsatz nicht ab. Bolton macht wenig, Sheffield viel, aber wenig Effektives. Das Spiel hat es in sich, die Schien- und Wadenbeine fliegen irgendwann durch die Gegend. Rote Karte, Abseitstor, Lattentreffer, Glanzparaden – das Spiel hat wirklich was zu bieten. Am Ende reicht es für Wednesday nicht mehr zum Ausgleich, der durchaus verdient gewesen wäre.

17:00 Uhr: Nach dem Spiel geht’s wieder raus in den Schneematsch. Der Rückweg ist eher zähflüssig und dauert ewig. Die kurze Nacht macht sich bemerkbar. Beim King im Bahnhof wird Zwischenstopp gemacht, ein paar Patronen kaufen wir im Kiosk nebenan. Dann ab in den Zug zurück nach London


Der Mond von Milton Keynes


Die Luft ist fast raus. Wärme, Sitzen, Pils trinken – zwei Stunden bis London – so der Plan. Im Zug fällt gleich eine Gruppe Jungs ins Gesicht, ähnlich wie wir, mit vollen Plastiktüten voll Pils. Einer der Typen ist ein Stiernackennachwuchs aus dem Bildebuch: blanke Birne, fette Plautze und eine Kauleiste, die den Asphalt schon häufiger mal geküsst hat. Schnell ist klar: Die Rückfahrt wird eher unterhaltsam sein. Der Kahlkopf findet einen weiteren Verbündeten aus Bolton, dem er gleich seine Lebensgeschichte aufs Auge drückt, natürlich so, dass es der ganz Zug vernimmt:  Geboren 1994, gezeugt in Magaluf (der Ballermann für Tommies auf Malle), und weil sein Erzeuger von Bolton zur Kindsmutter nach Essex zog, wohnhaft in Milton Keynes. Leider hat der Bursche damit zu kämpfen, dass sein Bauchumfang nicht in der Lage ist, dauerhaft seine Hose zu halten. Da er sich scheinbar auch keinen Gürtel leisten kann, könnte man im Zug auch das Licht ausschalten, ohne dass es dunkel wird: Denn der blanke Mond von Milton Keynes erleuchtet das Abteil taghell.

Im Laufe der Fahrt outen sich noch andere Fangruppierungen im Abteil. Stoke City ist vertreten, AFC Bournemouth auch. Das führt dazu, dass der Stiernacken nun seinen Spaß daran findet, Gesänge anzustimmen – vor allem diesen einen über Posh Spice, die Beschreibung ihrer Oberweite und diverser anderer Vorzüge (oder auch nicht), in Dauerschleife. Der Rest stimmt mit ein.

20:30 Uhr: Zurück in St. Pancras. Dort ist es hell, und den Mond sieht man nicht mehr. Gepäck holen, einchecken und ab nach Hause ins Millers.


Zu Hause is‘ einfach am schönsten


21:45 Uhr: Vorm Millers empfängt uns gleich derselbe Türsteher von einst, der damals schon die Lügengeschichte um den Stuhl der Schande der kleinen Tommies nicht geglaubt hatte. Schnell stellt sich heraus, dass der Gute Verwandtschaft in Recklinghausen hat und somit mit Dortmund sowieso was anfangen konnte. Wie immer, sehr sympathisch… Den ganzen Tag haben wir uns nur aus Weißblechdose oder Plastikflasche ernährt – endlich wartet das erste landestypsiche Getränk in landestypischer Maßeinheit und landestypischem Serviervorschlag auf uns. Herrlich. Das Leben kommt zurück (keine Ahnung, dass wievielte es an diesem Tag)!

Nach 3-6 Getränken geht‘s mit der Bahn nach Camden, Party machen – anwärmen im World’s End, dann abzappeln eine Etage tiefer im Underworld. Beide haben wir uns vorher rausgesucht, weil sie unserem Musikgeschmack zu entsprechen scheinen. Und wir werden nicht enttäuscht. Bis die Hähne hochgeklappt werden, sind wir am Start.

3.00 Uhr Ortszeit: Mehr als 24 Stunden, nachdem in Dortmund der Wecker geklingelt hat, wir unzählige Litern verschiedenster Saftarten zu uns genommen haben und unsere Groundliste um zwei Einträge reicher ist, fallen wir ins Bett.


We are the Firm



Der nächste Tag beginnt ziemlich spät. Der Vortrag hat scheinbar doch an uns gezehrt. Kein Wunder aber egal. Wir schütteln uns kurz, frühstücken und suchen den Weg zur U-Bahn. King‘s Cross bis Upton Park heißt unsere Route. Der legendäre Upton Park in West Ham, im Osten der Stadt gelegen, liegt in seinen letzten Zügen. Die Hammers werden in Kürze ins Olympiastadion nach Stratford umziehen. Damit stirbt definitiv ein weiterer traditionsreicher Tempel englischer Fußballkultur.

Das Stadion liegt typisch eingebettet im Wohnviertel, also so, wie man sich Fußball in England vorstellt. Holger war vor zehn Jahren schon mal bei einem Spiel dort, daher kennt er sich etwas aus und bemerkt gleich, dass sich nichts verändert hat. Zielgerichtet steuern wir dann auch in den ersten Pub, „The Queens“. Endlich: Versiffter Teppichboden, vergilbte Tapete und Frauen (glauben wir zumindest)  hinterm Tresen in der Altersklasse 12-72, die entweder in Joggingklamotten oder körperbetont gekleidet das Pils ausschenken. Eins geht, dann geht’s weiter. Weit ist es nicht.

Unterwegs heißt uns ein Hammers-Fan noch herzlich Willkommen bei den Hammers. Wir gehen allerdings schnell und kopfschüttelnd weiter, als er uns seine Sympathiebekundung zu Pegida entgegenbringt, nachdem wir ihm sagen, woher wir kommen. Sehr peinlich, wir schämen uns echt fremd. Den Besuch im Fanshop verschieben wir auf nach dem Spiel. Wir hatten noch für zwei weitere Deutsche aus Berlin Karten für das Spiel gekauft, da an diesem Wochenende Leute aus dem Tooor.de-Forum einen gemeinsamen Trip nach London gebucht haben. Die Jungs treffen wir im Block, wir kommen gleich ins Gespräch („Danke, dass ihr uns den Ramos für so viel Geld abgekauft habt…“).

Vorm Spiel wird die bekannte West Ham-Hymne „I am forever blowing bubbles“ gespielt, dazu werden Seifenblasen am Spielertunnel ausgeblasen. Sehr geil! Aber wie immer verstummt das Volk nach der Hymne für den Rest des Spiels. Totenstille. Dabei hätte ein bisschen Support dem Spiel wirklich gut getan! Naja, dementsprechend sind wir froh über den Halbzeittee (in Plastik serviert). Die zweite Hälfte entschädigt dann wenigstens mit 3 Toren – das war‘s. Nach dem Spiel sind wir noch mit den Hertha-Jungs noch im „The Boleyn“ auf ein paar Pils verabredet. Dort treffen wir dann auch den Rest der Reisegruppe und feiern noch eine nette After-Match-Party. Um 18 Uhr geht‘s dann mit der Bahn zum Abendessen nach Islington, danach zurück nach Hause ins Millers, wo der Abend dann auch bis zur Sperrstunde ausklingt.


„This Bus Goes To Tottenham Townhall”

Für den Montag haben wir uns zur Zeitüberbrückung bis zum Abflug noch eine Stadiontour an der White Hart Lane in Tottenham gebucht. Mit dem Doppeldecker geht es gefühlte drei Stunden und „This bus goes to Tottenham Townhall“ in Dauerschleife Richtung Stadion. Tottenham liegt im Nordosten Londons. Der große Rivale ist Arsenal, die Stadien liegen ca. 6 km auseinander. Da es ein Montagmorgen im Januar ist, haben wir Glück, denn außer uns verirren sich nur noch zwei Tottenham-Fans (Mann und Frau oder Mann und Tochter, auf jeden Fall war er auch ein großer Freund der kalten Erfrischungsgetränke – und auf einer Fotowand im Spielertunnel mit seinem Hund im Spurs-Trikot verewigt…) aus den Midlands zur Tour.

Die White Hart Lane liegt ebenfalls mitten in einem Wohn- und Geschäftsviertel und wurde über die Jahre sukzessive erweitert. Die Kapazität beträgt jetzt ca. 45.000, die Grenze ist erreicht. Man wird in Kürze quasi an gleicher Stelle neu bauen. Geplant ist ein Stadion mit einer Kapazität von 60.000 Zuschauern, aber weil das Emirates Stadium des großen Rivalen Arsenal ebenfalls 60.000 Zuschauer fasst, hat man den Bauplan noch einmal geändert und wird nun eine Kapazität von 61.000 Zuschauern bauen. Der Neubau soll in 1-2 Jahren beginnen, man wird mindestens eine Saison in einem anderen Stadion spielen müssen, weiß aber noch nicht, wo das sein wird. Definitiv nicht im Emirates, wie man uns versicherte…

Die Tour wird, wie üblich, von einem älteren Herrn durchgeführt, der gleich leuchtende Augen bekommt, als wir unseren Verein outen und von unserer Wochenend-Tour erzählen. Die Tour selbst ist wie viele andere auch. Immerhin kommen wir sehr oft mit dem Herrn ins Gespräch, über (Fußball-)Gott und die (Fußball-)Welt. Als er uns u.a. von den früheren Stehplätzen im Stadion erzählt und wie eng es war, erzählen wir von unseren Dauerkarten auf Süd, der „Yellow Wall“, der Enge und den Bierduschen beim Tor. „Fantastic Crowd in Dortmund. Every time I see them on TV it´s amazing.” Auch weitere Gespräche insbesondere über Steffen Freund, der eine wahnsinnige Wertschätzung im Verein und bei den Fans erfährt und sogar in der Hall of Fame des Clubs ist, sind sehr angenehm. Von 2013 und den schwarzgelben Massen in London war er schwer beeindruckt und gesteht, selbstverständlich uns die Daumen gedrückt zu haben. Wir erklären ihm noch, wie scheiße langweilig Bayern ist und dass unser eigentlicher Feind blaue Trikots trägt. Nach 90 Minuten ist die interessante und kurzweilige Tour vorbei. Mit einem „Good luck for Dortmund“ werden wir Richtung Heathrow entlassen.  

Zwei London Pride am Flughafen noch und dann ab nach Hause. Müde, erschöpft aber glücklich und im sicheren Gefühl, dass das bestimmt nicht unser letzter England-Exkurs war.

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Schwarzgelbe Grüße von
: Holger & Marcel

Freitag, 25. Oktober 2013

Und wenn DU das Spiel gewinnst ....

Ich selbst bin Montag Abend angekommen, es war extrem wenig schwarz-gelb zu sehen, aber viele Deutsche zu hören: "Oh, schau mal, ein BVB Fan". Hostel war gut! Dienstagvormittag dann Treffen mit Kulla, Chrissy und deren Kumpel Jan und los ging die Touri-Tour: Erste Sehenswürdigkeit waren die berühmten Toiletten am Westminster-Pier "hier fing damals (Wembley) alles an" und der Express-Tesco ggüber von BigBen - ab 8 Fosters gibt's Rabatt.
Von da aus zu Fuss zum Buckingham Palace ("ey - versteckt das Bier, sonst nehmen Euch die Bullen das weg"). 


Im Regent's Park gab es sozialkritische Installationen unbekannter Künstler zu bewundern: "Schlafender Penner auf Parkbank wird von Eichhörnchen angeknabbert" und "Schlafender Penner im Gebüsch, während BVB-Fans ihre Notdurft verrichten". Weil Kulla uneingennützig nen Jogger (fast) von den Beinen holte um tatsächlich ne Wegauskunft statt auf die Fresse zu kriegen,
haben wir dann auch sowohl Trafalgar Square als auch National Galery gefunden, um uns dort mit Brinker, Böhne und noch ein paar anderen zu treffen.


Da bei denen die Augen größer als der Mund waren halfen wir solidarisch, sie von der Last der zu tragenden Dosen zu befreien. Danke nochmal! Nach MC-D-Mittagessen gings mit der Bahn ab zum Finsbury Park. Beim Verlassen der Tube-Station war wieder wenig schwatzgelb und auch kein Park zu sehen, aber zum Glück kannten Brinker und ich den Weg: "um die Ecke links". Das haben wir dann 4 mal gemacht. Als wir wieder an der Tube-Station waren, haben wir dann doch mal gefragt. Im Finsbury Park selbst waren ca 50 Dixies, und vlt doppelt so viele Schwatzgelbe - der große Mob stand statt dessen standesgemäß vor Lidl. Krass war im Park die Masse an Leuten, die alle noch Karten suchten - da war absolut nix zu holen. 


Weil wir als Touris noch Highbury und ein echtes Pub besichtigen wollten, sind wir nicht mit dem Mob marschiert. In Highbury kamen wir sogar in den Innenraum, alle hatten große Augen. In den alten Tribünen sind jetzt Wohnungen, Mietpreis zw. 400 und 800 Pfund - pro Woche.


Dann haben wir tatsächlich direkt ggüber vom Emirates ein Pub gefunden. Die hatten ein geniales Marketing: Die Biere waren bis ca. 1cm über den Rand voll, so dass man auf jeden Fall was verschütten musste. Das ging dann auf einen dicken Teppich. Dadurch wurde im Teppich ein Kleber aktiviert und man war gefangen. Die Zeit, die man dann braucht um sich zu befreien, muss man sich Biers von der Theke durchreichen lassen, die man dann wieder auf unbedarfte Neuankömmlinge verschüttet. Jan, Kulla, Chrissy, Böhne und ich konnten uns schließlich befreien und sind die paar Meter zum Stadion und wieder sah man wenig Schwatzgelbe: Der Mob war schon drin. Die wenige Polizei und Ordner waren extrem entspannt - da haben wir uns beim letzen mal wohl nicht daneben benommen.

Zum Spiel und zur Stimmung haben andere genug geschrieben: www.dailymail.co.uk/sport/football/article-2473100/Arsenal-1-Borussia-Dortmund-2-Even-fans-louder.html
Nach Abpfiff und Verabschiedung/Einstimmung aufs Derby mit der Mannschaft gab's statt Blocksperre nen schnellen Rausschmiss und ab gings in den Klebepub. Dort wars einfach nur geil, wir alle haben unser "Und wenn DU das Spiel gewinnst..." gegröhlt - jeder mit einem anderen Text.
Hier die offizielle Variante: www.youtube.com/watch?v=773s8koJ9GI 


Nach dem last call for alcohol ging's dann wieder in Richtung Innenstadt - zu dem Zeitpunkt biertechnisch etwas unambitioniert weil fast alle zur Frühstückszeit Ihren Flieger kriegen wollten.
Jedoch hielt die Bahn am King's Cross ... wir sind spontan wieder in den Touri-Modus gewechselt. Nächste Attraktion war der Ort, wo damals (Wembley) alles geendet hat: Das Miller's. Dort gab's zwar kein BVB-Trikot, aber Bier zu holen. Kulla hat seinen immer schwerer werdenden Kopf schon mal auf den Tisch fallen lassen, Chrissy hat wirr seiner Freundin gesimst, die zu Hause im Internet Verkersmöglichkeiten zum Flughafen suchen sollte, Brinker hat das Fussball-Geschäft erklärt, Jan und ich haben mit den Biers gekämpft und so ist der Abend schön ausgeklungen. Am Flughafen baute sich dann vor mir noch ein Securiy-Gorilla auf - aber nur um "Congratulations" zu bekunden.


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Schwarzgelbe Grüße von
: Boris

Samstag, 1. Juni 2013

Wembley Calling - oder: Wo gibt’s hier noch mal die Klatschpappen?



Der große Tag ist also gekommen. Zwei Wochen Anspannung sind der Konzentration im Büro nicht wirklich zuträglich gewesen, aber Kollegen und Vorgesetzt zeigten Gott sei Dank Verständnis. Wie eigentlich bei jedem Mal, wenn man Europa auswärts fährt, gibt es den ersten Hormonschub, wenn die Bürotür hinter einem ins Schloss fällt. Ab jetzt hat man endgültig den Tunnelblick. Praktisch, dass Marcel auch zeitig auf dem Weg nach Köln ist, sodass wir bereits um 18:00 Uhr mit den ersten Kölsch-Stangen in der Hand auf den Barhockern des ehrenwerten Triers Ecks verbracht haben. Während wir den Choke noch in der Hand haben, geht es zum Bahnhof und von da aus zum Flughafen Köln. Dort stieß dann auch David zu uns. Wir haben uns extra etwas früher getroffen, um in bester Stiftung Warentest-Manier der dortigen Gastronomie auf den Zahn zu fühlen. Dank EasyJet wurde es für die Dame hinterm Tresen dann ein echter Härtetest, denn plötzlich stand eine Verspätung von rund zwei Stunden zu buche. Die Zöllner vertrieben sich unterdessen die Zeit und führten eine Strichliste von Dortmund-Fans und Klatschpappen. Den Zwischenstand wollte er uns aber nicht verraten. Beim Abflug konnte EasyJet dann auf einen großen Teil der Kerosinreserven sparen, da die Passagiere schon selbst genug Sprit im Tank hatten. Da fiel es auch nicht ins Gewicht, dass der Bordservice nicht den besten Tag hatte. Auf dem einstündigen Hüpfer über den Kanal kann man das in Ruhe verkraften. 

In Eindhoven, von wo Holger aus startet, ist die Lage etwas entspannter. Dummerweise wird der Flughafen gerade komplett renoviert, so dass sich die Flüssiggasversorgung auf Flaschenbier reduziert und das auch noch von der einheimischen Marke „Bavaria“ ausgeliefert wird. Egal, beidhändig beschäftigt wartet man auch hier auf den leicht verzögerten Abflug Richtung Stansted. Ryanair schenkt hingegen gut und schnell aus. Auch die obligatorischen 2 Pils pro Bestellung sind kein Thema, was bei dem Freudenhaus-Preisen von 5,00 € pro Dose auch kein Wunder ist…
Lediglich Manuel hat mal wieder die Terrorgefahr auf sich gezogen. Als erster von uns Richtung London startend, hat er gleich mal die Komplettsperrung in Heathrow mitgebucht…
Mit der Bahn ging es dann den Rest der Strecke in die City, Check-in im Hotel und noch ab in den nächsten Pub, das "Miller's". Dort gesellten sich dann auch Holger und Manuel zu uns, die bereits die umliegenden Häuser gecheckt und erste Fachgespräche geführt hatten. Bereits hier kristallisierte sich heraus, wem die Sympathien der Einheimischen fürs Finale gelten sollten. Man konnte zudem etwas Nachhilfe in Sachen Geografie geben, da einige Engländer der Meinung waren, es stünden 2 Deutsche Mannschaften im Finale. Man konnte hier glaubhaft versichern, dass es sich um eine deutsche und eine österreichische Mannschaft handeln würden. Und die Österreicher spielen in Rot…
Da Abend fand dann seinen Ausklang beim einarmigen Reißen in der Pint-Klasse im Millers. Nachdem wir das Klassenziel erreicht hatten, ging es dann ab in die Falle.

Der Spieltag begann mit einem herzhaften Frühstück bei Madame Pompidou.
Das Fundament für den Rest des Tages war also gelegt. Im Anschluss wollten wir uns dann als würdige Botschafter unserer schönen Heimat präsentieren. Entsprechend assimilierten wir uns mit den Einheimischen im Miller's. Der Anfang eines extrem lustigen Morgens. Neben einigen anderen Dortmundern kam lungerte dort schon eine Herde stiernackiger Leicester-Tigers-Fans herum, die Samstag ebenfalls ein großes Spiel erwartete - und zwar im Rugby-Mekka Twickenham. Für einige launige Momente sorgte vor allem Basses "Wüstenfuchs-Helm", der ein gefragtes Fotomotiv war. Um das Ambiente abzurunden, wurde dann unter lautem Gelächter gemeinsam der alte Gassenhauer von den "Ten german bombers in the air" die Runde. Es wurde dabei sehr deutlich, dass die Sympathien der Engländer auf unserer Seite lagen. Zum einen, weil unsere Mannschaft jung und unverbraucht ist, zum anderen weil sich der Ruf unserer Fanszene schon sehr weit rumgesprochen hat. Einige Engländer hatten sich sogar Warnwesten mit BVB-Logo bedruckt.

Mittags ging es dann zum Westminster-Pier. Dort trafen wir uns mit dem Rest unserer Truppe. Auch ohne Karte hatten sich wie erwartet abertausende Borussen auf den Weg gemacht. Das Bild in der Innenstadt war komplett von der Borussia geprägt. Unsere Leute, die mit dem Bus kamen, waren vorher noch am Trafalger Square und dort muss wohl "Breitscheidplatz-Stimmung" gewesen sein. Sebastian Kulla hatte tatsächlich zwei Klatschpappen im Gepäck, die beide von der Stimmung uns Atmosphäre durch den BVB schwer beeindruckt waren. Nachdem man London zu Land und in der Luft schon erobert hatte, fehlte noch die Wasserlandung.
Dies holten wir mit einer entspannten, aber auch sangesfreudigen Bötchenrundfahrt über die Themse nach. Bei bestem Wetter entspannte man auf dem Sonnendeck und genoss den Ausblick auf zahlreiche Londoner Sehenswürdigkeiten. Bezeichnenderweise wurde Eva von 2 Schweizer Touristen gefragt, wo denn die Bayern-Fans feiern würden. In der ganzen Stadt würde man nur schwatzgelb sehen…Nach der Rückkehr zum Westminster-Pier stand dann die Trennung unserer Gruppe an. Während die acht glücklichen Karteninhaber Richtung Stadion fuhren, kehrte der Rest der Gruppe bei Hamburger, Bier und Hochsitz-Cola in der australischen Bar Walkabout ein, wo das Spiel auf zahlreichen Bildschirmen übertragen wurde. Eva und Manolo  durften dann noch mal ne halbe Stunde vom Stadionbesuch träumen, doch 2 Stationen vor Wembley Park mussten wir den beiden mitteilen, dass der Schwarzhändler vorm Stadion uns ohne Karten stehen gelassen hatte. Emotionale Höchststrafe für die beiden, doch nach anfänglicher schwerer Enttäuschung gabs dafür von den beiden dann halt Vollgas im Walkabout. Hut ab.

Die Bahnfahrt nach Wembley gestaltete sich äußerst stimmungsvoll. Die wenigen Klatschpappen in der Bahn waren nicht zu hören bzw. waren von dem schwatzgelben Mob dermaßen beeindruckt, dass sie die Kameras zückten. Die Borussen verbreiteten einfach schon in der Tube Stadionatmosphäre mit Entenanzug. Sogar große Fahnen zierten die Bahnen von innen. Im Stadion war das Kräfteverhältnis numerisch recht ausgeglichen. Unser Support war ordentlich, aber unseres Erachtens nicht außergewöhnlich und dem Ereignis angemessen. Der Eindruck kann einerseits der Akustik im Wembley geschuldet sein, auf der anderem Seite hat die bereits vielfach diskutierte katastrophale Kartenvergabe des BVB sicherlich auch ihren Teil dazu beigetragen.
Der Spielverlauf dürfte wohl der halben Welt schon hinlänglich bekannt sein und wird hier deshalb ausgespart. Die Pokalübergabe bereitete deutlich mehr Herzschmerz als im Vorfeld erwartet. Stark in jedem Fall, wie unser Publikum direkt nach Anschluss durch laute Gesänge die Mannschaft würdigte, während gegenüber relative Ruhe herrschte.

Nun begann für uns der wie immer heißgeliebte Heimweg. Schon vorher konnte man erahnen, dass die Bahnstation zum Nadelöhr werden kann und so war es auch. Die Massen stauten sich, aber die Ordnungshüter hatten die Situation sehr gut im Griff und es ging erstaunlich schnell voran. Die Kunden des FCB feierten den für sie heiß ersehnten Triumph wie einen Sieg gegen Hoffenheim am 23. Spieltag. Emotionen pur – bloß konnte man sie nicht wahrnehmen. Gesungen und gefeiert wurde wieder nur von einer Gruppe und das trotz schmerzlicher Niederlage in der letzten Minute.
In der Bahn gab es dann ein Déjà-vu mit Berlin 2008. Konversation untereinander war nur über SMS möglich, da die Bahn explodierte und drohte, aus den Schienen zu springen – ach ne, sorry, da war ich jetzt in 2012 in Berlin gelandet... Während wir Dortmunder erhobenen Hauptes unserem wunderbaren Verein hochleben ließen, verhielten sich die Klatschpappen artgerecht. "Ruhe Leute, die Bayern wollen feiern!", hallte es ironisch durch die Bahn, während auf jedem Friedhof mehr los gewesen sein dürfte. Höhepunkt war der Hinweis einer Klatschpappe, wir sollten doch auch mal derartiges Lärmmaterial im Stadion auslegen, das wäre richtig laut...

Anlaufpunkt für uns war wieder das Miller's - Schuster solle je schließlich bei seinen Leisten bleiben und das Thekenteam hatte sich am Morgen bzw. Vorabend bewährt. Man traf auf David, der dank Jägermeister die Lampen schon gewaltig an hatte. Im Pub ging nun richtig die Post ab. Das Miller's war rappelvoll und es wurde gesungen, getanzt und gelacht – nur in schwatzgelb versteht sich. Eva und Nicole machten sich irgendwann auf den Weg zurück zu ihrem Bus, während der Rest nochmal mächtig auf die Tube drückte. Vereinzelt sah man rote Trikots an der Scheibe des Pubs vorbei huschen, die beim kurzen Blick in den Laden, schnellst möglich das Weite suchten. Der Abend klang aus, wie der Tag begann. Wildfremde Menschen wollten sich mit uns fotografieren lassen oder liehen sich von uns Schwatzgelbes, um sich selber damit eine schöne Erinnerung auf Foto festzuhalten. Leider gab es auch hier einige Bastarde die meinten, einfach die Sachen von uns zu zocken. Leider ging neben der einen oder anderen Erinnerung auch Manuels Kringe-Trikot und Evas Jacke (im Walkabout) verloren.  Unschöner Höhepunkt. Manuels spontan angeordnete und selbst durchgeführte Personenkontrolle auf der Toilette des Millers blieb zumindest erfolglos bzw. für ihn ohne weitere körperliche Schäden...

2 kleine Tommys suchten dann später noch Streit und wollten uns zum Tanz auffordern. Wir hätten aber an diesem Abend ohnehin nur den Klatschpappentango mit den Roten getanzt. Ein Perle der beide sollte von einem von uns angefasst worden sein. Daraufhin wollte man 20 Mann zusammen trommeln, die uns dann zeigen, was Sache ist. Mit Holgers dezenten Hinweis auf die ca. 50 – 100 Schwatzgelben in der Kneipe und das 20 Mann daher doch vielleicht ein paar zu wenig wären, wandten sich die beiden hilflosen Gestalten händeringend an den Türsteher. Der hatte uns aber sowieso ins Herz geschlossen und hatte für die beiden nur ein müdes Lächeln über. Dann kam die große soziale Stunde unseres Pädagogen Sebastian S. Der nahm sich der beiden hilflosen Engländerknaben an, während wir Playboy Kulla animieren wollten, sich um die betroffene Damenwelt zu kümmern... Schnell einigte man sich auf die Version, dass die Perle mit ihrem Hinterteil gegen die Hand eines Schwatzgelben gelaufen sei und im Prinzip selbst Schuld sei – frei übersetzt „Komm, die wollte es doch“.  Man sah dann kurz drauf alle feixend und lachend, ebenfalls sich gegenseitig in schwatzgelb ablichten lassend, mitfeiern. Das nenn ich mal Deeskalation.

Der Sonntag begann wie der Samstag, Madame Pompidou tischte ordentlich an. Für 11:15 Uhr hatten wir eine Stadiontour im Craven Cottage zu Fulham gebucht. Mit zwei der typischen Londoner Taxis ging es quer durch die Stadt. Der Fahrer unseres Taxis, nach eigener Aussage ein ehemaliger Fulham-Spieler, ließ es sich nicht nehmen am Hotel der Klatschpappen-Mannschaft vorbeizugondeln. Freundlich grüßten wir mit dem Kraftfahrer-Gruß aus dem Fenster. Die Stadion-Tour, die wir zu insgesamt acht Leuten antraten, entpuppte sich als  Glückstreffer. Die fast zwei Stunden in dem ältesten Stadion der Premiere League waren dank Michael Jackson-Statue und viel Geschichte sehr kurzweilig. Selbst der Rasen wurde von einigen unserer Mitglieder eingehend geprüft, was bei den beiden Guides für sehr viel Freude sorgte. Besonderen Dank gilt hier dem Sportkameraden Kulla für seinen stilechten Ruud van Nistelrooy-Gedächtnisjubel! Als wir kurz vorm Ende der Tour aus den Katakomben auf die Tribüne kommen, sitzen da 4 Rothemden und machen Fotos vom Stadion. Nach dem die Feierbiester unsere schwarzgelbe Armada erblickt, verlassen sie fluchtartig das Stadion.

Die Tour endete wie immer in einem Merchandising-Store. Dort kam es umgehend zu einer denkwürdigen Showdown mit einer unverkennbaren Klatschpappe: Marcel fragte den Burschen bierernst, ob er denn wüsste, wo es in dem Shop die Fulham-Klatschpappen geben würde. Zu unser aller Freude wurde ihm ein komplett ernsthaftes "Ähhhh, nein!" entgegnet. Selten haben wir so gelacht! Der ganze Shop krümmte sich vor Lachen und dem armseligen Typen wurde noch empfohlen, sich den Henkeltopf wohin zu schieben…

Abgerundet wurde die Tour dann durch einen sehr geselligen Nachmittag in der Außengastronomie des Stadioncafés, wo wir das Wochenende Revue passieren lassen konnten und jeder noch mal sein Europapokaljahr zum Besten geben konnte. Auch hier zeigten wir uns von der interkulturellen Seite. Besonders heiter wurde es, als neben uns ein Auto mit englischen Senioren parkte. Der Oppa sprach uns auf das Spiel an und war begeistert, dass wir alle so gut Englisch sprechen würden. Er selber könne kein Wort Deutsch. Basse schien ob der kühnen Behauptung etwas irritiert und fragte: "Do you know the word Blitzkrieg?" Dank des englischen Humors gab es kein Backenfutter vom Oppa, sondern ein herzhaftes Lachen. Während unserer Gruppe nach und nach kleiner wurde, weil einige ihren Rückflug bekommen mussten, stieg die Rechnung und Laune der übrigen Mohikaner Holger, Marcel, David und Boris gemäß des Bierpegels. Als um 16:00 das Cafe schloss, stand eine stattliche Rechnung von 128 € auf dem Tacho... Bei feinstem Wetter steuerten wir entlang der Themse zum nächst gelegenen Bahnhof und fuhren ins Walkabout.

Abends ging es dann zum Abschluss des Wochenendes zur Old Street, wo wir uns mit einer Urlaubsbekanntschaft von Marcel zu Livemusik vergnügten. Marcel und Basse nahmen den letzten Absacker noch gewohnt im Miller's, wo man von den Security-Mitarbeitern schon per Handschlag begrüßt wurde.

Fazit: die Frage, was wohl los gewesen wäre, wenn wir das Ding geholt hätten, stellt sich leider immer noch. Insbesondere dieses rote Feiervolk, Prototyp Golfspieler oder Kundengruppe Fernost, mit ihren Club Nr. 0815-Fähnchen im Rucksack und der Klatschpappe an der Arschbacke hat uns gezeigt, wie man einen Champions League Sieg mal richtig feiert…

Nur der BVB.


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Schwarzgelbe Grüße von
: Basse, Marcel & Holger